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< Gehr baut Führungsebene aus
11.04.2011 13:47 Alter: 1 year
Kategorie: News

Info-Abend für die Unternehmer

LUNESTEDT. Die Stimmung unter den Gewerbetreibenden in der Samtge- meinde Beverstedt ist „durchwachsen“. Während mittelständische Unternehmen flexibel auf Veränderungen der Wirtschaft reagieren können, werden andere durch die Sparmaßnahmen des Staates belastet. So schließt ab Ostern eine Apotheke in Beverstedt. Erfolgreich auf neuen Märkten ist die Lunestedter Firma Gehr.


Samtgemeinde Beverstedt lädt Gewerbetreibende ein – Besichtigung der Raiffeisenwarengenossenschaft und der Firma Gehr

Das wurde beim Informationsabend der Samtgemeinde Beverstedt deutlich. Die Kommune hatte die Gewerbetreibenden zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Für einen guten Einstieg in die Gesprächsrunden sorgten die vorherigen Betriebsbesichtigun- gen der Raiffeisenwarengenossenschaft (RWG) und der benachbarten Firma Gehr in Lunestedt.

RWG-Vorstand Richard Amelung erklärte: „Unser Ziel ist die Förderung der Mitgliederwirtschaft.“ Ständig steigende Rohstoffpreise und zunehmende Bürokratie erschweren die Arbeit der 47 RWG-Mitarbeiter. Als Genossenschaft stehen aber 688 Mitglieder hinter der RWG, die bei der Jahreshauptversammlung auch die wichtigen Entscheidungen treffen.

Anders bei der Firma Gehr. Ende der 80er Jahre gab es einen schweren Schlag für das Unternehmen, das Kabinen auf Kreuzfahrtschiffen einrichtete. „Das war der Konkurs des Bremer Vulkans“, erklärte Geschäftsführer Jens Uwe Otten. Gehr hat sich aber inzwischen neue Märkte erarbeitet. Mittlerweile baut die Firma zum Beispiel die Innenausstattungen für „Mega-Yachten“ und Privatflugzeuge. Das Unternehmen ist so gut im Geschäft, dass es vor zwei Jahren auch 2,4 Millionen Euro in den Bau einer Halle für die Oberflächenbehandlung der Möbel und Inneneinrichtungen investieren konnte.

Neben Gehr gehört auch Aldi mit dem Zentrallager zu den größten Arbeitgebern in der Samtgemeinde Beverstedt. 900 Gewerbeanmeldungen gibt es in der Samtgemeinde. Der Großteil davon sind kleine und mittelständische Betriebe sowie Einzelunternehmer. Martin Dohrmann aus Frelsdorf ist zufrieden mit der Entwicklung seiner Firma. Er erledigt Erd- und Pflasterarbeiten, Kanalbau, Abbruch und Recycling. 13 Arbeitsplätze hat er geschaffen. In den letzten Jahren ist sein Unternehmen stetig gewachsen. „Jetzt möchte ich das Erreichte festigen und sichern“, erklärt Dohrmann.

Ein ähnliches Ziel verfolgt auch Dirk Nadelberg, Geschäftsführer der CHT Container GmbH. Er bietet den Verkauf und die Vermietung von Containern an. „Die Situation auf dem Markt ist gut.“ Mit seinen neun Mitarbeitern kann er gut auf Bedarfsveränderungen reagieren.

Dies ist beim Apotheker Ingo Schmonsees nicht der Fall. Um die Kosten für die Krankenkassen zu senken, hat der Staat die Zwangsrabatte erhöht. „Die Preise der Pharmaindustrie steigen. Aber die Krankenkassen zahlen immer weniger für ein Rezept“, erklärt Ingo Schmonsees. Durch die aufgezwungenen Rabatte werden die Erlöse geringer. „Trotzdem muss ich ja die laufenden Kosten und das Personal bezahlen“, verdeutlicht Schmonsees. Daher wird er ab Ostern die BeverVital-Apotheke in Beverstedt schließen und sich auf seine Kondor-Apotheke in Stubben konzentrieren. (jfw)

(Quelle: NZ 11.4.2011)


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